Selbsterfahrung statt Kunst machen
In meinen Workshops geht es um humanistische Prinzipien, die mir zum Zeitpunkt der Konzeption noch nicht explizit bewusst haben. Durch das psychotherapeutische Propädeutikum habe ich schrittweise verstanden, dass meine Sicht auf Kunst, insbesondere auf das Kunstmachen, zutiefst humanistisch ist:
Prozess vor Resultat.
Radikale Validation statt Urteil.
Authentizität statt Schönheit.
Meine Workshops bieten kollektiven Raum für Selbsterfahrung. Sie waren nie als “Kunst”-Workshops konzipiert, auch wenn sie generell so wahrgenommen werden: immerhin liegen Stifte, Papier, Material herum, und jedes Klischee von Kunstmachen wird an der Oberfläche erfüllt.
Dennoch geht es nicht primär um Kunst, sondern um das Erfahren von authentischem Selbstausdruck. Diese beiden Themen sollten eigentlich etwas sehr ähnliches bedeuten — in der Realität stimmt das aber oft nicht.
In meinen Workshops ist es normal, dass mit der Zeit des geforderte Nervensystem sich beruhigt. Dass vulnerabel über die eigene Lebenserfahrung gesprochen wird, auch wenn man sich gegenseitig noch kaum kennt. Das beim Zeichnen zugehört und validiert wird, ohne jegliche Konkurrenz.
Mit der Zeit wurde mir klar: so habe ich Kunst und Kunst machen nie erlebt.
